Die Erprobungsstufe

Nach der Ausbildungs- und Prüfungsordnung der Sekundarstufe SI (APO-SI) gliedert sich der Unterricht in die so genannten Kern- und Ergänzungsstunden, wobei Letztere an unserer Schule als Förderstunden in diesen Jahrgängen ausgestaltet werden (s. Kapitel Förderung).

Die in der Grundschule begonnene erste Fremdsprache Englisch wird in jedem Fall fortgeführt. Entscheiden sich die Erziehungsberechtigten für Latein in Jgst. 5, so ist Latein die 2. Fremdsprache und wird in der Jgst. 5 vierstündig in einem Halbjahr und dreistündig im anderen Halbjahr unterrichtet. Daneben wird Englisch zweistündig weitergeführt. In der 6. Klasse stehen dann 3 Stunden Latein und 2 Stunden Englisch auf dem Stundenplan. Wenn jedoch Englisch in der 5. Klasse gewählt wird, so wird Englisch vier- bzw. dreistündig als erste Fremdsprache fortgeführt. In der 6. Klasse wird dann die 2. Fremdsprache gewählt, entweder Latein oder Französisch mit jeweils 4 Stunden. Englisch wird weiterhin mit 3 Wochenstunden unterrichtet. Die Beratung zur Wahl der 2. Fremdsprache erfolgt am Ende der Jgst. 5.

In Jgst. 5 wird in den Fächern Deutsch, Mathematik und Fremdsprache je eine Förderstunde erteilt, in Jgst. 6 findet Förderunterricht in der zweiten Fremdsprache und in Mathematik statt.

Die Kernfächer bleiben in der Erprobungsstufe dreistündig, Sport wird zweistündig – in Jgst. 7 in einem Halbjahr dreistündig – und die anderen Fächer werden meist ein- und zweistündig im Wechsel unterrichtet.

In den Naturwissenschaften wird ab Jkst. 5 Biologie unterrichtet, Physik steht ab Jgst. 6 auf dem Lehrplan, Chemie folgt in Jgst. 7.

Neu für die Kinder wird auch ein nach den Fächern Politik und Erdkunde aufgeteilter Unterricht sein, der in Jgst. 6 durch Geschichte abgelöst wird.

Ihre Tochter bzw. Ihr Sohn muss sich also an eine wesentlich höhere Anzahl von Fächern und Lehrern in den ersten Wochen gewöhnen. Wir sind stets bemüht, Lehrer – und vor allem die Klassenlehrer – so auszuwählen, dass Ihr Kind in mehreren Fächern von einem Lehrer unterrichtet wird.

Am Ende der Erprobungsstufe ist darüber zu entscheiden, ob ein Kind geeignet ist, weiter das Gymnasium zu besuchen, oder ob es an einer anderen Schulform besser gefördert werden kann.

Da die beiden Schuljahre als pädagogische Einheit verstanden werden, gibt es keine Versetzung von der 5. in die 6. Klasse. Gleichwohl kann den Eltern empfohlen werden, ihr Kind die 5. Klasse wiederholen zu lassen, wenn es den Anforderungen „im ersten Anlauf“ noch nicht entspricht. Erst am Ende Erprobungsstufe beschließt die Versetzungskonferenz endgültig über den Verbleib einer Schülerin bzw.eines Schülers am Gymnasium. Dabei sind mehrere Entscheidungen möglich:

1. Versetzung in die 7. Klasse des Gymnasiums verbunden mit der „endgültigen“ Aufnahme in diese Schulform (Regelfall),

2. Wiederholung der 6. Klasse des Gymnasiums, falls der Übergang von der Grundschule zum Gymnasium noch nicht gelungen, aber zu erwarten ist, dass das Kind nach einem Wiederholungsjahr den Anforderungen des Gymnasiums entsprechen wird.

3. Wechsel in die 7. Klasse der Realschule oder Hauptschule – wenn nicht die Versetzungskonferenz aufgrund  des Leistungsbildes und  der  Gesamt-entwicklung des Kindes feststellt, dass nur ein Übergang in die Hauptschule erfolgen kann.

4. Übergang in die 7. Klasse der Hauptschule

Ein Wechsel zur Realschule erfolgte in den letzten Jahren in weniger als 4% der fraglichen Fälle, ein Übergang in die 7. Klasse der Hauptschule erfolgte in keinem Fall.